in bandcamp, Musik

Nation of Language – Introduction, Presence & Gouge Away

Postpunk, wohl sogar stilecht aus Brooklyn, mit Synths, die exakt so klingen, wie sie müssen. Vielleicht die Entdeckung dieses Jahres – gefunden wie so oft bei Monarchie und Alltag. Natürlich gekauft bei Bandcamp.

Und ich habe selten etwas für Coverversionen übrig, aber was die Band hier aus Gouge Away von den Pixies macht, sucht seinesgleichen. Habe ich für einen Dollar noch obendrauf gelegt:

Kataster |Jeskola Buzz

Vor vielen Jahren habe ich nächtelang mit dem kostenlosen Tracker Jeskola Buzz gespielt. Und mit Fruity Loops. Und mit Cool Edit Pro. Aber vor allem mit Buzz. Die Software übte mit ihrer abstoßenden und nutzerfeindlichen UX schon immer einen anarchischen Reiz auf mich aus.

Irgendwann habe ich das Programm auf neueren Windows-Versionen nicht mehr zum Laufen bekommen, für Linux gab es sie nicht, der Entwickler hat dann wohl auch den Quellcode verloren oder ähnliches, jedenfalls habe ich es irgenwann aufgegeben, es überhaupt noch zum Laufen zu bekommen.

Bis neulich, als ich einen aktuellen(?) build ausprobierte und das gute alte Buzz-Interface (mit geringen Modernisierungen) vor mir hatte. Fühlt sich immer noch so an, ich hatte sogar die alten Keyboard-Shortcuts noch drauf (witzig: Je weniger ich drüber nachdenke, desto besser) und der schöne Ambient/Noise/Drone-Klang lässt sich immer noch gut damit schöpfen.

Buzz 2020: Gewohnt hässlich (lässt sich aber bestimmt irgendwo konfigurieren. Nur: Wozu?)

Buzz ist Entspannung pur. Die Kreation selbst noch mehr, als die so entstandenen Stücke. Ob die irgendwen außer mir überhaupt entspannen, weiß ich nicht, mir bereiten sie aber Freude. Heute klickte ich Kataster zusammen:

Auch bei Youtube:

Michael Kleeberg – Vaterjahre

Es kommt selten vor, dass mich eine Erzählstimme so anspricht wie die Kleebergs in Vaterjahre.

Inhaltlich irgendwo zwischen Gesellschaftsroman und Psychogramm schildert das Buch die Person Karlmann Charly Renn durch sämtliche Facetten; Familie, Beruf, Freunde, hobbies, Werdegang. Das hat alles nahezu nichts mit mir zu tun, spricht mich aber dennoch an.

Various Artists – Solitary Hymns

Gefunden beim Ambientblog, natürlich gekauft bei Bandcamp.

Each artist on this compilation come from a different part of the globe. Some of the works are created during the initial lockdown period, but some other titles are previously unreleased recordings.

Blake Crouch – Dark Matter

Nachdem mich Recursion sehr begeistert, war ich auf die andere, oft gelobte Geschichte von Blake Crouch gespannt. Dark Matter ist ebenfalls ein packender Science Fiction-Thriller, statt um Zeitreisen geht es um Paralleluniversen. Sehr spannend und kurzweilig. Recursion hat mir nur ein wenig besser gefallen.

200811

Ich lese bei Jawl und Kiki Thaerigen regelmäßig und staunend, was für irre Dinge ihnen in mitunter seltsamer Parallelität bei Twitter widerfahren. Heute wurde es besonders absurd und unangenehm:

Halten wir fest: Irgendwer (ich) benutzt, während er erwähnt, dass es ihm gerade nicht so dolle geht, das Wort „Zug“.

11.8.2020 – thoughtrain or no throughtrain. That should be no question

und:

Offenbar hat es ihn jedoch zu Tode gekränkt, denn er prangerte mich vor seinen weit über zehntausend Followern an, rief zum Boykott meiner Arbeit auf und blockte mich umgehend, damit ich nicht weiter reagieren konnte.

Befindlichkeitsgedöns (eine Art Fortsetzung von gestern)

Mir sind solche Dinge im Prinzip nie passiert; nur einmal drohte ein Bundestagsabgeordneter der CDU, mich bei meinem Arbeitgeber anzuschwärzen. Ich hatte damals gerne robuster diskutiert, sicher ein wenig übertrieben und mich angesichts der Drohung entschuldigt.

Heute bekam ich zufällig mit, dass das Profil einer im Social Web etwas bekannteren Sozialdemokratin nicht mehr erreichbar war, mutmaßlich wegen früherer Aussagen zur Eignung des Olaf Scholz für die Kanzlerkandidatur. Ich habe rund 100 Sekunden versucht, mich in die Hintergründe einzulesen, aber Twitter ist dankenswerterweise ja so unübersichtlich, dass das praktisch nie gelingt.

Sagen wir so: Die paar Wochen, in denen ich Twitter nicht auf dem Handy hatte, waren entspannter. Umso seltsamer, dass es da inzwischen doch wieder ist.

Und sonst so?

Wasser auf meine Mühlen:

Online-PDF-Dokumente sind auch nach 20 Jahren problematisch zu lesen und für den Konsum durch Menschen schlicht ungeeignet.

Golem.de

200809 – city=plan=city

Heute habe ich wieder audiovisuell experimentiert. Zunächst wurde mit dem schönen Tool Pixelsynth erneut ein Bild vertont. Warum? Weil es geht. Das sieht so aus:

Der einzig interessante interessanteste Part daraus war der über den breiten schwarzen Balken – auch wegen der Stille. Also habe ich mit dem herumgespielt. Das Ergebnis klingt so:

Und weil ich das um den Kreis zu schließen wieder visualisieren wollte, habe ich eine Visualisierung des VLC-Players gescreencasted. Einfacher wird’s nicht, billiger auch nicht:

Immerhin hat das alles so wenig Zeit in Anspruch genommen, dass wir heute morgen bei angenehm bedecktem Himmel vier Stunden gewandert sind, nämlich meine neue Lieblingsroute über die Springorumtrasse nach Dahlhausen, von dort einem Wanderweg folgend zum Ruhrufer in Hattingen und dann durch das Weitmarer Holz nach Hause. Von den vielen Tieren, die wir gesehen haben, wurden abgebildet ein gerade fliehendes Reh und eine Schar Kanadagänse:

200808

Heute war meine Bochumer Infostandpremiere – und der erste Standdienst seit der Bundestagswahl 2017. Wenige Leute zwar, die aber durchweg freundlich. Hat Spaß gemacht und war zum Glück im Schatten.

Aus der heutigen Süddeutschen:

SZ: Wie macht man das überhaupt: mit dem Zug nach Japan reisen?

Tino Sehgal: Das ist nicht so schwer: wenn man den Zug nimmt, von Berlin aus, steigt man einmal in Moskau um. Und dann sieht man fünf Tage lang Birken vor den Fenstern. Von China aus nimmt man eine Fähre nach Korea, kurz noch mal Zug und dann von der Südspitze Koreas noch mal eine Fähre nach Japan.

Diese Idee, dass man als Westeuropäer unfassbar weit nach Osten reisen könnte, fasziniert mich schon lange.


Eugene Wei analysiert in einem lesenswerten Beitrag Tik Tok. Ich bin noch nicht ganz durch, aber die Unterscheidung von Social Graph und Interest Graph und daran anschließend die Beschreibung der Grobheit des Social Graph ist sehr instruktiv:

The problem with approximating an interest graph with a social graph is that social graphs have negative network effects that kick in at scale. Take a social network like Twitter: the one-way follow graph structure is well-suited to interest graph construction, but the problem is that you’re rarely interested in everything from any single person you follow. You may enjoy Gruber’s thoughts on Apple but not his Yankees tweets.

Und sollte man doch an allem interessiert sein, was eine einzelne Person zum Besten gibt, dann ist man mit gewisser Wahrscheinlichkeit ein Stalker.