11.3.19: Zugfahrt-GAU und Ambient

Nach gut einem halben Jahr des Pendelns ist mir heute (eigentlich Samstag bei der Buchung) der denkbar blödeste GAU unterlaufen: Versehentlich hatte ich eine Fahrt in die falsche Richtung erworben, also von Berlin nach Bochum und nicht umgekehrt. Stornieren ließ sich kurzfristig in der DB-App nichts mehr, also kaufte ich die richtige Verbindung, die aber erst zwei Stunden später eine Reservierung zuließ.

Dann in einem knallvollen Zug (es gab wegen des Sturms wohl noch zahlreiche Ausfälle auf anderen Verbindungen) gesessen, der auch noch dem Nadelöhr Hamm zum Opfer fiel, wo rund 45 Minuten auf den zweiten Zugteil gewartet werden musste. Zuhause blieb dann nur Zeit für Einkaufen, Hausarbeit und wenige Umzugsvorbereitungen.


Monat für Monat kuratiert Ari Delaney die besten Ambientalben, die bei Bandcamp erschienen sind – und zwar so, dass fast immer was dabei ist. Hier der Roundup für Februar. Wie er dabei eine der für meine Begriffe unzugänglichsten Musikformen in Worte kleidet, verdient höchste Anerkennung. Aus dem schon hohen Output des Bandcamp Daily-Magazins (so nenne ich es jetzt einfach mal) die stets lesens- und hörenswerteste Rubrik.


Zuckerberg’s essay is a power grab disguised as an act of contrition. Read it carefully, and it’s impossible to escape the conclusion that if privacy is to be protected in any meaningful way, Facebook must be broken up.

Die MIT Technology Review über Zuckerbergs Privacy-Pamphlet

25.2.19: Imbiss und Züge

Mein heutiger Imbiss-Tweet ging ja regelrecht durch die Decke:

Es war aber auch wieder lecker (und mein ausdrücklicher Geburtstagsmahl-Wunsch, nicht nur, weil Montags ja alle Lokale geschlossen haben).

Ich kann mich an keinen 25. Februar oder überhaupt einen Februar erinnern, der so warm war. Früher war der Februar der Monat, in dem es endlich mal schneite.

Außerdem verbrachte ich nicht geringe Teile des Tages in der Bahn. Vormittags von Bochum nach Bünde (alles minutengenau), nachmittags von Bünde nach Berlin (40 Minuten Verspätung bei der Abfahrt, aus denen 30 Minuten bei der Ankunft wurden). Die Gelegenheit, wieder Tortoise zu hören. Tortoise!

19.2.19: Ja zum Rundfunk und seinem Beitrag

Mein aktueller Podcatcher mit den Sendungen für morgen früh

Bei ARD und ZDF weiß ich nicht, aber allein der Deutschlandfunk ist mir jeden Cent der Haushaltsabgabe wert. Morgens Hintergrund, Europa Heute und Der Tag als Podcast, danach eine gute Stunde Informationen am Morgen im linearen Hörfunk, abends wann immer Zeit ist die Informationen am Abend und wenn ich dann noch Zeit und Lust habe, probehöre ich manches Programm in der Audiothek. Das sind an jedem Werktag gute zwei Stunden Sendezeit (von denen ich einen Teil als Podcast und beschleunigt höre). Also: Jeden Cent wert.

Im übrigen finde ich es legitim, auch als Rundfunkanstalt strategisch zu kommunizieren, zumal wenn man begründet annehmen kann, dass der Gegner es auch tut – und dass es Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gibt, halte ich für unzweifelhaft. Wir sind in der Öffentlichkeit fortwährend und durch eine Vielzahl von Akteuren strategischer Kommunikation ausgesetzt (ohne es zu wissen oder zu merken): Seitens der Politik, der Wirtschaft, der Werbung, auch der Massenmedien, ganz zu schweigen von den großen digitalen Tech-Konzernen. Der Impuls, hier gleichziehen zu müssen, da man glaubt sonst ins Hintertreffen zu geraten, kann unwiderstehlich sein.

Halte ich es für erforderlich? Nein. Kann ich verstehen, wenn man glaubt das tun zu müssen? Ja. Auch, weil ich mir gut vorstellen kann, wie solche Entscheidungen zustande kommen, nämlich eher auf einem Da müsste man mal was machen-Level, wo dann eben jemand (ein Entscheider) irgendeinen Auftrag vergibt, um später darauf verweisen zu können, dass ja etwas unternommen wurde. Legitimation.

29.1.19: Fontaines D.C. und Soziologie

Endlich wieder zweite Liga: Gerade läuft das Revierderby Bochum – Duisburg. Und morgen spielt die Arminia in Dresden.


Beim Popblog empfehlen sie Fontaines D.C. Gefällt mir sehr und die bisher veröffentlichen Singles(?) wurden prompt gekauft. Das Debütalbum soll im April erscheinen.

Seit Tagen (Wochen?) grübele ich über diesen Text über soziale Medien und Politik, schreibe Notizen und Entwürfe und habe mir sogar diesen soziologischen Text von zweien meiner Dozenten an der Uni Bielefeld rausgesucht, um ihn nochmal zu lesen. Auch Stefan Schulz‘ jüngste Talkradio-Episode passt zum Thema. Macht Spaß, wenn auch bald mal etwas dabei rauskommt.

23.1.19: Epiktet und Yello

Weil es hier dringend anempfohlen wurde, habe ich mir das Büchlein von Epiktet wieder rausgesucht, das auf deutsch den merkwürdigen Titel Handbüchlein der Moral trägt. Der hat mich bislang stets von der Lektüre abgehalten. Auf englisch heißt es offenbar The Manual. Das hat mal was:

The Manual is the double espresso of stoicism.

Außerdem heute viel über Musik gelesen; James Blake, Die Türen und – für mich neu und nicht schlecht – Klaus Johann Grobe. Die kommen aus der Schweiz und ich wurde gewahr, dass ich noch nie Musik aus der Schweiz besessen habe. Bewusst kenne ich nur Yello und musste mir sofort The Race anhören, weil es so gut ist:

Bei Minusgraden friert mir immer die Gangschaltung am Fahrrad ein, so dass ich es lediglich bis zum S-Bahnhof schaffe. Also besitze ich derzeit mal wieder eine Monatskarte und nehme am öffentlichen Personennahverkehr teil. Nach wie vor eine eher freudlose Erfahrung.

write.as: Vom Schreiben

Ein schöner Text über das Schreiben, gefunden auf einem write.as-Blog nämlich dem eines gewissen Count Fenrig:

What finally clicked and allowed me to move forward, at least so far, was surprisingly simple: I had to find ways to allow myself to be terrible.

Und:

Ultimately the magic bullet for me to start writing for real is to realize that no matter what I do, someone will dislike it.

write.as versteht sich als eine Indieweb/Fediverse-Alternative zu Medium. Ich habe einfach mal den Full Feed aller write.as-Blogs abonniert. Noch nicht zuviel und jede Menge neuer, oft interessanter Content von mir unbekannten, oft anonymen Leuten.

16.1.19: Grünkohl und „Titans“

Heute nahm ich an Arbeitskreissitzungen im Haus der Wirtschaft in West-Berlin teil. 70er-Jahre-Bausubstanz am Ernst-Reuter-Platz kaum zehn Minuten von meinem Noch-Wohnort entfernt.

Die Mittagspause verbrachten wir in der Kantine der nahegelegenen Bundesbank (wo ich vor rund vier Jahren ein gefühltes Kilo Kleinstgeld in Scheine wechselte) und wo ich – das ist tatsächlich etwas besonderes – Grünkohl aß. Nicht so gut wie selbstgemacht, was gut ist, weil es heißt, dass der selbstgemachte gut ist.

Danach fuhr ich dann noch ins Büro und fand zwei schreckenserregende Mails im Postfach vor, die mich aber erstaunlich unaufgeregt zurückließen. Anschließend erledigte ich noch ein paar wichtige Sachen mit dem Chef, damit sie morgen bereits erledigt sind. Gut.

Und eben schaute ich die erste Folge von Titans bei Netflix. DC will jetzt offenbar auch „grittty“ Serien wie Daredevil, Jessica Jones etc. Aber ich fands nicht schlecht. Abgesehen von Dick „Robin“ Grayson weiß ich nicht, wer die Leute sind, was es eher noch interessanter macht. Von DC habe ich nur wenig gelesen und wenn dann Batman.

13.1.19: Oum Kalthoum und Talk Talk

Samstag waren wir zum ersten Mal im Bochumer Schauspielhaus, allerdings nicht zu einem Stück, sondern in den Kammerspielen zu einem Konzert arabischer Musik:

Die ägyptische Sängerin Oum Kalthoum gilt bis heute als eine der einflussreichsten Musikerinnen der arabischen Welt des 20. Jahrhunderts. Mit ihren Improvisationen versetzte sie ihr Publikum in eine Mischung aus Ekstase und Trance. DIVA – Celebrating Oum Kalthoum ist eine Ode an das Erbe der legendären Sängerin. Der Regisseur Ariel Efraim Ashbel feiert Oum Kalthoum in einem Performance-Konzert mit dem internationalen NRWedding Orchestra for Middle Eastern Music.

Schauspielhaus Bochum

Auch wenn uns die Musik nicht so sehr zusagte: Den Musikern des zwanzigköpfigen Ensembles zuzuschauen machte großen Spaß.


Bei Pitchfork rezensieren sie den Klassiker Spirit of Eden von Talk Talk und vergeben – natürlich – die Höchstwertung. Guter Anlass, mir die Platte für die heutige Heimfahrt rauszulegen (= von der Diskstation aufs Mobiltelefon runterzuladen).

Legend holds that when the A&R man at EMI heard it, it brought him to tears—not just because of its tidal beauty, but because he knew it wasn’t going to sell. A hugely successful UK band turned their sound inside out and delivered this whisper of a record, some slow, faint echo of their former synth-pop heartbeat.


Stellen wir uns einmal vor, der Mann, der im Ruhrgebiet mit seinem Auto in die Menge raste und dabei sechs Menschen schwer verletzte, wäre ein syrischer Flüchtling gewesen.

Michael Spreng

12.1.19: Ornithologie

Mit halbstündiger Verspätung kam ich gestern abend in Bochum an. Grund: Ein liegengebliebener Güterzug vor uns auf der Strecke zwischen Hannover und Bielefeld. Kann man nichts machen und dreißig Minuten sind akzeptabel.


Überraschende Vogelsichtungen heute morgen vor dem Bochumer Wohnzimmerfenster:

Und jetzt ein Grünspecht im Vorgarten gegenüber. Ich bin verblüfft und entzückt. #Vogelbeobachtung #Bochum— EBaumann (@EvaEBaumann) 12. Januar 2019

Der E-Mail-Provider mailbox.org meiner Wahl veröffentlicht einen Transparenzbericht. Netzpolitik.org dazu:

Der E-Mail-Provider mailbox.org veröffentlicht seinen Transparenzbericht für das Jahr 2018. Neben einem Anstieg der behördlichen Datenanfragen geht aus dem Bericht hervor, dass die Behörden oftmals weder technisch noch juristisch auf dem Stand sind, formkorrekte Anfragen zu stellen.

Netzpolitik.org

Bei Mastodon eine kleine technische Entdeckung gemacht, die mich begeisterte. Toll, wenn man denkt ‚Das sollte doch eigentlich gehen‘, es dann probiert und es geht tatsächlich:

Und Notiz an mich: Irgendwann muss ich mich mal ausführlicher mit ProcessWire beschäftigen.

10.1.19: Feueralarm

Tage, an denen ich viel schaffe, sind beste Tage – trotz halbstündiger Unterbrechung wegen Feueralarm im Büro. Im letzten Jahr hatten wir mal binnen zwei Tagen gleich drei Fehlalarme, weshalb heute alle erstmal in Ruhe ihre Jacken angezogen, Handys eingesteckt haben etc. Anders als letztes Jahr kamen heute aber gleich mehrere Löschzüge die aber wohl nichts vorfinden konnten.

Unter anderem habe ich gleich vier alte Smartphones an Electroreturn verschickt. Nachdem ich mich damit abgefunden habe, dass ich sie nicht mehr hochfahren kann, noch auf anderem Weg an die Daten komme.

Nach über einem Jahr gibt es endlich eine neue Folge vom Das war vor Jahren-Podcast. Zwei Herren, die sich Horst E. Motor und Christian Krach nennen, zelebrieren das Nerdtum und widmen eine komplette Folge dem Star Wars-Franchise mit Fokus auf Episode 8, natürlich nicht ohne opulente Abschweifungen. Ein großer Spaß. Die Begründung für die lange Pause ist ebenso dreist wie überzeugend.

Diese Rezensionsnotiz des Romans Das Imperium der Stimme von Christopher Ruocchio liest sich ganz interessant. Daher kommt hier der mal lesen-Tag dran.