Kategorie: 2022

  • Ray Bradbury – Zen in der Kunst des Schreibens

    Ray Bradbury hat schon als Kind tausend Worte pro Tag geschrieben, mit 18 seine ersten Kurzgeschichten verkauft und seitdem jeden Morgen eine Geschichte begonnen zu schreiben – und oft vollendet. Und trotzdem ist dieses Buch nicht einschüchternd und erdrückend, sondern auf erstaunliche Weise fröhlich, augenzwinkernd und geprägt von Leichtigkeit. Zur Sache geht es dann in […]

  • Eduard von Keyserling – Wellen

    Einfach immer lesen was Herr Buddenbohm empfiehlt, so einfach ist das. Wellen habe ich an einem Sonntagnachmittag weggelesen. Eine sehr schöne Geschichte.

  • Jeff VanderMeer – Annihilation

    Wie angekündigt habe ich Annihilation schon wieder gelesen (vermutlich zum vierten Mal, zuletzt erst im Dezember), Anlass ist die angekündigte Besprechung des Werks im empfehlenswerten Science Fiction-Podcast Sprawl Radio. Was mir bei dieser Lektüre auffiel, war der Bezug zum exzessiven, sinnlosen Schreiben. Darauf kam ich, weil ich zur Zeit wieder in so ein Journaling/immer ein […]

  • Joseph Conrad – Heart of Darkness

    Sagenhaft, wie gut der Film im Verhältnis zum Buch ist und wie gut das Buch eigentlich auch ist, aber wenn Kurtz als Schädel mit einem schwarzen Loch anstelle eines Gesichts auf der Leinwand erscheint, dann ist jegliche weitere Filmgeschichte vollkommen irrelevant. Morgen gucke ich „Heart of Darkness“, eine Dokumentation zu „Apocalypse Now“. Und weil ich […]

  • Kim Stanley Robinson – The Ministry for the Future

    Kim Stanley Robinson beschreibt in The Ministry for the Future, wie die Menschheit mit dem Klimawandel umgeht. Das Buch ist eine Art fiktionale Dokumentation, die zwischen den sporadischen romanhaften Erzählungen der beiden Protagonisten aus Sitzungsprotokollen, Augenzeugenberichten namensloser Ich-Erzähler und Infodumps zu ökonomischen Konzepten und Glaziologie besteht. Ehe es besser wird, wird es schlimmer. Und besser […]

  • Judith Hermann – Nichts als Gespenster

    Gut, aber nicht so gut wie Sommerhaus, später. Waren die Figuren, Szenen und Geschichten dort so minimal wie möglich gezeichnet, ohne Skizzen zu sein, arbeitet Hermann hier mit vielen breiten Pinselstrichen.

  • Friedhelm Schäffer, Oliver Nickel – Die Lebensgeschichte des Ferdinand Matuszek

    Diese Art von Büchern, die Lebensgeschichten von Zwangsarbeitern wie Ferdinand Matuszek und anderen Opfern des Dritten Reichs festhalten, ist unendlich wichtig. Matuszek wurde nach Ostwestfalen (wo ich aufwuchs) verbracht, so dass ich einige der Orte kenne; das war zugegebenermaßen auch der Grund für die Lektüre. Das Buch ist aber auch ganz ohne „Lokalkolorit“ eine wichtige […]

  • Judith Hermann – Sommerhaus, später

    Der Name Judith Hermanns fiel in den letzten Wochen aufgrund von Poetikvorlesungen, die sie in Frankfurt absolviert hat. Das nahm ich zum Anlass, um nach ein Vierteljahrhundert den Kurzgeschichtenband Sommerhaus, später wieder aus dem Regal zu ziehen. Seltsamerweise konnte ich mich an einen Teil der Geschichten sehr gut, an die übrigen hingegen überhaupt nicht erinnern. […]

  • Alex Hochuli, George Hoare, Philip Cunliffe – The End of the End of History: Politics in the Twenty-First Century

    So wohltuend ich Przeworskis Krisen der Demokratie fand, so einen eher schalen Nachgeschmack hinterlässt Das Ende des Endes der Geschichte dieser drei Autoren. Die Prämisse ist ja interessant: Das Ende der Geschichte, wie es von Francis Fukuyama 1989 postuliert wurde, bedeutete den Sieg der liberalen Demokratie nebst Kapitalismus als der letztgültigen Ordnungsform von Gesellschaft. Diese […]

  • Paul Cornell – Rosebud

    Nun, das war seltsam. Aber immerhin kurz. Die digitale Crew eines milimetergroßen Raumschiffs stößt auf ein Big Dumb Object in Form einer schwarzen Kugel, das in durchaus interessanter Weise Zeit manipulieren kann. Konfus, aber auch unterhaltsam.