Gidge – New Light

Gidge haben 2017 mit LNLNN ein Album veröffentlicht, das ich ohne zu Zögern in meine Top5 des letzten Jahrzehnts einreihen würde. Am 6. November erscheint nun endlich ein Nachfolger, den man bereits vorbestellen kann. Den Titeltrack New Light höre ich mir dann gleich erstmals an.

Nation of Language – Introduction, Presence & Gouge Away

Postpunk, wohl sogar stilecht aus Brooklyn, mit Synths, die exakt so klingen, wie sie müssen. Vielleicht die Entdeckung dieses Jahres – gefunden wie so oft bei Monarchie und Alltag. Natürlich gekauft bei Bandcamp.

Und ich habe selten etwas für Coverversionen übrig, aber was die Band hier aus Gouge Away von den Pixies macht, sucht seinesgleichen. Habe ich für einen Dollar noch obendrauf gelegt:

Kataster |Jeskola Buzz

Vor vielen Jahren habe ich nächtelang mit dem kostenlosen Tracker Jeskola Buzz gespielt. Und mit Fruity Loops. Und mit Cool Edit Pro. Aber vor allem mit Buzz. Die Software übte mit ihrer abstoßenden und nutzerfeindlichen UX schon immer einen anarchischen Reiz auf mich aus.

Irgendwann habe ich das Programm auf neueren Windows-Versionen nicht mehr zum Laufen bekommen, für Linux gab es sie nicht, der Entwickler hat dann wohl auch den Quellcode verloren oder ähnliches, jedenfalls habe ich es irgenwann aufgegeben, es überhaupt noch zum Laufen zu bekommen.

Bis neulich, als ich einen aktuellen(?) build ausprobierte und das gute alte Buzz-Interface (mit geringen Modernisierungen) vor mir hatte. Fühlt sich immer noch so an, ich hatte sogar die alten Keyboard-Shortcuts noch drauf (witzig: Je weniger ich drüber nachdenke, desto besser) und der schöne Ambient/Noise/Drone-Klang lässt sich immer noch gut damit schöpfen.

Buzz 2020: Gewohnt hässlich (lässt sich aber bestimmt irgendwo konfigurieren. Nur: Wozu?)

Buzz ist Entspannung pur. Die Kreation selbst noch mehr, als die so entstandenen Stücke. Ob die irgendwen außer mir überhaupt entspannen, weiß ich nicht, mir bereiten sie aber Freude. Heute klickte ich Kataster zusammen:

Auch bei Youtube:

Michael Kleeberg – Vaterjahre

Es kommt selten vor, dass mich eine Erzählstimme so anspricht wie die Kleebergs in Vaterjahre.

Inhaltlich irgendwo zwischen Gesellschaftsroman und Psychogramm schildert das Buch die Person Karlmann Charly Renn durch sämtliche Facetten; Familie, Beruf, Freunde, hobbies, Werdegang. Das hat alles nahezu nichts mit mir zu tun, spricht mich aber dennoch an.

Various Artists – Solitary Hymns

Gefunden beim Ambientblog, natürlich gekauft bei Bandcamp.

Each artist on this compilation come from a different part of the globe. Some of the works are created during the initial lockdown period, but some other titles are previously unreleased recordings.

Blake Crouch – Dark Matter

Nachdem mich Recursion sehr begeistert, war ich auf die andere, oft gelobte Geschichte von Blake Crouch gespannt. Dark Matter ist ebenfalls ein packender Science Fiction-Thriller, statt um Zeitreisen geht es um Paralleluniversen. Sehr spannend und kurzweilig. Recursion hat mir nur ein wenig besser gefallen.

Gelesen: Dirk Baecker – 4.0 oder Die Lücke die der Rechner lässt

Dirk Baecker aktualisiert seine Thesen zur nächsten Gesellschaft in der zugänglichsten Form, die mir bislang untergekommen ist. Über 26 Thesen hinweg untersucht Baecker verschiedene Einrichtungen und Formen der Gesellschaft, über ihre Strukturform (das Netzwerk), ihre Kulturform (die Komplexität), diverse Funktionssysteme wie Politik und Wirtschaft bis hin zu eher speziellen Formen wie dem Sport, der Gesundheit und dem Witz.

Dabei werden stets die vier großen Medienepochen der Sprache (in der Stammesgesellschaft), der Schrift (in der Antike), des Buchdrucks (moderne Gesellschaft) und der digitalen Medien (die nächste Gesellschaft) miteinander verglichen. Hier von einer soziologischen Vogelperspektive zu sprechen, ist schon fast eine Untertreibung. Orbital wäre angemessener.

Baecker lässt aber keinerlei Zweifel daran aufkommen, dass es sich um Thesen handelt. Auch als Leser denkt man durchweg ‚Könnte sein, muss aber nicht‘. Der zugrundelegende Gedanke, dass Netzwerke zunehmend Funktionssysteme als gesellschaftsprägende Strukturen ablösen, hat aber seinen Reiz. Erst heute kam mir der Gedanke, wie ungewöhnlich zum Beispiel der Wiedereintritt von Friedrich Merz in die höchste Ebene der Politik nach einem Jahrzehnt ist. Gut erklärbar ist er hingegen durch die Stabilität von Netzwerken wie dem des „Andenpakts“ und persönlicher Beziehungen zu Personen wie Schäuble, Oettinger etc.

Gelesen: Classic Science Fiction Stories


Kurzgeschichten sind das ideale Format des science fiction-Genres, das ist eine Binse.

Zugleich hing ich immer dem Klischee an, scifi altere schlecht. Dafür sprechen Werke wie Asimovs Foundation, Stranger in a Strange Land, oder The Moon is a harsh Mistress, die mir alle nicht zusagten, auch weil sie so altbacken wirken.

Diese Reclam-Ausgabe vereint ein gutes dutzend stories, von denen keine nach 1970 erschienen ist – und sie sind alle gut, viele sogar sehr gut.

Natürlich spielen viele von ihnen mit Ideen, die damals sicher noch originell waren, es heute aber nicht mehr wären. Aber genau diese Pionier-Stellung ist spürbar und bereitet beim Lesen Freude.