Stephan Schuhmacher – Zen

Entliehen aus der Stadtbücherei Bochum. Mein – mildes – Interesse an Zen begann mit der Lektüre der John Cage-Biographie im letzten Jahr.

Seitdem habe ich fast nur Bücher gefunden, die Zen auf Esoterik, Lotusblüten auf dem Titel und Seelenheilsversprechen beschränken. Schuhmacher stellt Zen hingegen als anspruchsvolle Philosophie und Lehre vor – zumal für den Westen, der soviel Wert auf Individualität und das Selbst legt.

29.1.19: Fontaines D.C. und Soziologie

Endlich wieder zweite Liga: Gerade läuft das Revierderby Bochum – Duisburg. Und morgen spielt die Arminia in Dresden.


Beim Popblog empfehlen sie Fontaines D.C. Gefällt mir sehr und die bisher veröffentlichen Singles(?) wurden prompt gekauft. Das Debütalbum soll im April erscheinen.

Seit Tagen (Wochen?) grübele ich über diesen Text über soziale Medien und Politik, schreibe Notizen und Entwürfe und habe mir sogar diesen soziologischen Text von zweien meiner Dozenten an der Uni Bielefeld rausgesucht, um ihn nochmal zu lesen. Auch Stefan Schulz‘ jüngste Talkradio-Episode passt zum Thema. Macht Spaß, wenn auch bald mal etwas dabei rauskommt.

China Miéville: Die Falter

Der erste von zwei Bänden von Miévilles Geschichte aus der Fantasy-Metropole New Crobuzon und ein weiteres Buch nach Hyperion/Endymion, das ich seit über zehn Jahren nicht mehr gelesen habe – von dem mir aber überraschend viele Szenen und Schilderungen im Gedächtnis geblieben sind. Es ist einfach bis heute sehr gut (und sehr gut übersetzt). Eine umfangereichere Besprechung liefere ich nach, wenn ich den Nachfolgeband Der Weber gelesen habe.

23.1.19: Epiktet und Yello

Weil es hier dringend anempfohlen wurde, habe ich mir das Büchlein von Epiktet wieder rausgesucht, das auf deutsch den merkwürdigen Titel Handbüchlein der Moral trägt. Der hat mich bislang stets von der Lektüre abgehalten. Auf englisch heißt es offenbar The Manual. Das hat mal was:

The Manual is the double espresso of stoicism.

Außerdem heute viel über Musik gelesen; James Blake, Die Türen und – für mich neu und nicht schlecht – Klaus Johann Grobe. Die kommen aus der Schweiz und ich wurde gewahr, dass ich noch nie Musik aus der Schweiz besessen habe. Bewusst kenne ich nur Yello und musste mir sofort The Race anhören, weil es so gut ist:

Bei Minusgraden friert mir immer die Gangschaltung am Fahrrad ein, so dass ich es lediglich bis zum S-Bahnhof schaffe. Also besitze ich derzeit mal wieder eine Monatskarte und nehme am öffentlichen Personennahverkehr teil. Nach wie vor eine eher freudlose Erfahrung.

Dan Simmons – Endymion

Die Fortsetzung von Hyperion und mit 1.300 Seiten erneut ein ziemlicher Brocken. Während Hyperion bei der letzten Lektüre ziemlich gelitten hat, war Endymion so, wie ich es in Erinnerung hatte: Ein nahezu perfekter Abenteuer-Roman im Science Fiction-Gewand. Simmons schreibt hier einfach spannend und das macht auch beim erneuter Lektüre noch Spaß. Die katholische Kirche inklusive Papst, Kardinälen, Schweizer Garde und allem ornamentalen Beiwerk zu einem interstellaren Imperium auszubauen – natürlich als Antagonist – klingt wahnsinnig, funktioniert aber ausgezeichnet. Kapitel aus dieser Perspektive waren mir oft die liebsten; etwa so unterhaltsam wie Vader und der Imperator in Star Wars.

write.as: Vom Schreiben

Ein schöner Text über das Schreiben, gefunden auf einem write.as-Blog nämlich dem eines gewissen Count Fenrig:

What finally clicked and allowed me to move forward, at least so far, was surprisingly simple: I had to find ways to allow myself to be terrible.

Und:

Ultimately the magic bullet for me to start writing for real is to realize that no matter what I do, someone will dislike it.

write.as versteht sich als eine Indieweb/Fediverse-Alternative zu Medium. Ich habe einfach mal den Full Feed aller write.as-Blogs abonniert. Noch nicht zuviel und jede Menge neuer, oft interessanter Content von mir unbekannten, oft anonymen Leuten.

16.1.19: Grünkohl und „Titans“

Heute nahm ich an Arbeitskreissitzungen im Haus der Wirtschaft in West-Berlin teil. 70er-Jahre-Bausubstanz am Ernst-Reuter-Platz kaum zehn Minuten von meinem Noch-Wohnort entfernt.

Die Mittagspause verbrachten wir in der Kantine der nahegelegenen Bundesbank (wo ich vor rund vier Jahren ein gefühltes Kilo Kleinstgeld in Scheine wechselte) und wo ich – das ist tatsächlich etwas besonderes – Grünkohl aß. Nicht so gut wie selbstgemacht, was gut ist, weil es heißt, dass der selbstgemachte gut ist.

Danach fuhr ich dann noch ins Büro und fand zwei schreckenserregende Mails im Postfach vor, die mich aber erstaunlich unaufgeregt zurückließen. Anschließend erledigte ich noch ein paar wichtige Sachen mit dem Chef, damit sie morgen bereits erledigt sind. Gut.

Und eben schaute ich die erste Folge von Titans bei Netflix. DC will jetzt offenbar auch „grittty“ Serien wie Daredevil, Jessica Jones etc. Aber ich fands nicht schlecht. Abgesehen von Dick „Robin“ Grayson weiß ich nicht, wer die Leute sind, was es eher noch interessanter macht. Von DC habe ich nur wenig gelesen und wenn dann Batman.

Frank Stauss: Höllenritt Wahlkampf

Frank Stauss ist ist ein gewiefter Wahlkämpfer der Agentur Butter, der zahlreiche Wahlkämpfe für die SPD geführt hat. In Höllenritt Wahlkampf schildert er einige der eindrucksvollsten Kampagnen seiner Karriere.

Interessant war das vor allem bei den Wahlen, die ich als Sozialdemokrat und Wahlkämpfer mehr oder weniger aktiv miterlebt habe. Etwa die vorgezogenen Neuwahlen von 2005, bei denen ich, wenige Monate zuvor noch Praktikant in der Kreisgeschäftsstelle, im Wahlkampfteam des örtlichen Bundestagsabgeordneten mitgearbeitet habe.

Oder die Berliner Abgeordnetenhauswahl von 2011, in der ich so intensiv wie nie zuvor und danach nie wieder, den Kandidaten unterstützt habe.

Oder die desaströse Wahl von 2009, in der ich hauptamtlicher Mitarbeiter in der Parteizentrale – dem Willy Brandt Haus – war.

Stauss kann von berufs wegen sehr sehr gut schreiben, schildert Wahlkämpfe so spannend, wie sie mindestens für die Mitwirkenden sind und liefert viele Einblicke in Kampagne, Planung, KandidatInnen und Themensetzung.

Am eindrucksvollsten fand ich das abschließende Kapitel, das er dem aufkeimenden Populismus widmet. Seine Analyse ist – wiederum seiner Profession geschuldet – messerscharf. Seine Schlussfolgerungen können heute zwar als bekannt vorausgesetzt werden, aber er schreibt sie so prägnant nieder, wie ich sie selten vorfinde. Ein Kapitel, welches man im Grunde monatlich immer wieder lesen sollte.

13.1.19: Oum Kalthoum und Talk Talk

Samstag waren wir zum ersten Mal im Bochumer Schauspielhaus, allerdings nicht zu einem Stück, sondern in den Kammerspielen zu einem Konzert arabischer Musik:

Die ägyptische Sängerin Oum Kalthoum gilt bis heute als eine der einflussreichsten Musikerinnen der arabischen Welt des 20. Jahrhunderts. Mit ihren Improvisationen versetzte sie ihr Publikum in eine Mischung aus Ekstase und Trance. DIVA – Celebrating Oum Kalthoum ist eine Ode an das Erbe der legendären Sängerin. Der Regisseur Ariel Efraim Ashbel feiert Oum Kalthoum in einem Performance-Konzert mit dem internationalen NRWedding Orchestra for Middle Eastern Music.

Schauspielhaus Bochum

Auch wenn uns die Musik nicht so sehr zusagte: Den Musikern des zwanzigköpfigen Ensembles zuzuschauen machte großen Spaß.


Bei Pitchfork rezensieren sie den Klassiker Spirit of Eden von Talk Talk und vergeben – natürlich – die Höchstwertung. Guter Anlass, mir die Platte für die heutige Heimfahrt rauszulegen (= von der Diskstation aufs Mobiltelefon runterzuladen).

Legend holds that when the A&R man at EMI heard it, it brought him to tears—not just because of its tidal beauty, but because he knew it wasn’t going to sell. A hugely successful UK band turned their sound inside out and delivered this whisper of a record, some slow, faint echo of their former synth-pop heartbeat.


Stellen wir uns einmal vor, der Mann, der im Ruhrgebiet mit seinem Auto in die Menge raste und dabei sechs Menschen schwer verletzte, wäre ein syrischer Flüchtling gewesen.

Michael Spreng

12.1.19: Ornithologie

Mit halbstündiger Verspätung kam ich gestern abend in Bochum an. Grund: Ein liegengebliebener Güterzug vor uns auf der Strecke zwischen Hannover und Bielefeld. Kann man nichts machen und dreißig Minuten sind akzeptabel.


Überraschende Vogelsichtungen heute morgen vor dem Bochumer Wohnzimmerfenster:

Und jetzt ein Grünspecht im Vorgarten gegenüber. Ich bin verblüfft und entzückt. #Vogelbeobachtung #Bochum— EBaumann (@EvaEBaumann) 12. Januar 2019

Der E-Mail-Provider mailbox.org meiner Wahl veröffentlicht einen Transparenzbericht. Netzpolitik.org dazu:

Der E-Mail-Provider mailbox.org veröffentlicht seinen Transparenzbericht für das Jahr 2018. Neben einem Anstieg der behördlichen Datenanfragen geht aus dem Bericht hervor, dass die Behörden oftmals weder technisch noch juristisch auf dem Stand sind, formkorrekte Anfragen zu stellen.

Netzpolitik.org

Bei Mastodon eine kleine technische Entdeckung gemacht, die mich begeisterte. Toll, wenn man denkt ‚Das sollte doch eigentlich gehen‘, es dann probiert und es geht tatsächlich:

Und Notiz an mich: Irgendwann muss ich mich mal ausführlicher mit ProcessWire beschäftigen.