Wider die Ängstlichkeit

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Wenn man innerparteiliche Wahlen so organisiert, als wäre es ein Fiasko, wenn mehrere Kandidatinnen und Kandidaten anträten, dabei die Kandidatur mutmaßlich von einer vorab zu sichernden Mehrheit abhängig macht und dabei wiederum die vollständige Abwesenheit von politischen Inhalten jedweder Art in Kauf nimmt, muss man sich nicht wundern, wenn die Medien bereits von einer Krise sprechen.

Seit ich in dieser Partei, der SPD, bin, kenne ich sie nur mit dieser verdrucksten Ängstlichkeit. Demokratische Prozesse sind naturgemäß offen. Das ist ihr Sinn. Diese Offenheit gilt es (nicht nur bei uns!) um jeden Preis einzuhegen. Der Sieger muss feststehen (die Siegerin ggf. auch). Risikofreiheit als höchstes Prinzip. Mit der Folge, dass Wahlauseinandersetzungen, die ausnahmsweise von diesem Dogma abweichen, nahezu zwangsläufig ins persönliche abdriften. Und dass Wahlen ohne Gegenkandidaten (wie unlängst mir gegenüber geschehen) als „friedliche Lösung“ bezeichnet werden.

Natürlich kenne ich die Dynamiken, die innerhalb von Parteien und Großorganisationen allgemein dazu führen, dass die Dinge laufen, wie sie laufen. Und ich weiß, dass es immer irgendwelche Rahmenbedingungen gibt, auf die man verweisen kann, um das zu rechtfertigen. Ich selbst wurde vor einigen Wochen zum Vorsitzenden einer Abteilung (Berlinerisch für Ortsverein) gewählt. Ohne GegenkandidatIn, dafür aber mit umfangreichen Vorgesprächen. Auch wir hatten „Rahmenbedingungen“.

Das alles steht einer Partei aber nicht gut zu Gesicht – zumal, wenn sie sich „lebendige Demokratie“ auf die Fahnen schreibt, aber bestenfalls leblose Demokratie praktiziert. Vor allem: hat es uns genützt? Weder Mitgliederentwicklung noch Wahlergebnisse lassen hier ein anderes als ernüchterndes Urteil zu. Noch wichtiger aber: haben wir es in jüngerer Vergangenheit überhaupt anders versucht? Der eingeschlagene Weg der Ängstlichkeit hat sich nicht nur nicht bewährt, der andere Weg ist zudem kaum erprobt (Ausnahmen scheinen ihn aber zu bestätigen).

Um das zu ändern, brauchen wir keine weitere Parteireform (und schon gar kein „Reförmchen“), sondern das Gegenteil von Ängstlichkeit: Mut.

Verlinkt: „was ich mir für 2012 von den Medien wünsche“

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So lange den Leuten immer wieder vermittelt wird, das Leben mit Behinderung sei in erster Linie ein tragisches Schicksal eines Einzelnen, das die Lebens- und Leistungsqualität so massiv einschränkt, dass nichts anderes wichtiger wäre, wird es schwierig, behinderte Menschen als Bürger, Arbeitnehmer, Arbeitgeber oder Menschen mit gleichen Rechten anzusehen. Als normaler Teil der Gesellschaft eben.

Via Behindertenparkplatz

last.fm 2011

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Verlinkt: The Social Graph is Neither (Pinboard Blog)

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Warum das sog. soziale Netz an den trivialsten sozialen Alltagsphänomenen scheitert. Herausragend gut analysiert. Money quotes:

There’s no way to take a time-out from our social life and describe it to a computer without social consequences. […] The social graph wants to turn us back into third graders, laboriously spelling out just who is our fifth-best-friend. But there’s a reason we stopped doing that kind of thing in third grade!

Social networks exist to sell you crap. […] We have a name for the kind of person who collects a detailed, permanent dossier on everyone they interact with, with the intent of using it to manipulate others for personal advantage – we call that person a sociopath.

 

The Social Graph is Neither (Pinboard Blog).

Verlinkt: So wird Inklusion nicht funktionieren

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Hamburg setzt nun also auch endlich EU- und Menschenrechte um und versucht, Kinder mit Behinderungen standardmäßig mit anderen Kindern gemeinsam zu unterrichten. Faktisch werden die Sonderschulen aufgelöst und die Lehrerinnen auf die Grund- und Stadtteilschulen verteilt. Also alles gut, denn es sei ja kein Sparmodell, wie auch die Bildungspolitikerinnen meiner Partei immer wieder sagen? Nein, gar nichts ist gut. Denn so wird es nicht funktionieren. Und das aus mehreren Gründen.

via Haltungsturnen – Klopfzeichen aus der Wirklichkeit