Iain M. Banks – The State Of The Art

Achja, diese Sammlung an Kurzgeschichten von Banks habe ich gelesen. Es gibt darunter einige, die in der Culture spielen, eine sogar, in welcher die Culture die Erde besucht. Unter dem Strich ist Iain Banks für mich als Long Form-Autor besser – ausgerechnet in einem Genre, in dem ich eigentlich bevorzugt Kurzgeschichten lese.

Iain M. Banks – Excession

Der vierte Band von Bank’s hervorragender Culture-Reihe, leider auch der bisher am wenigsten packende (die vorherigen sind Consider Phlebas, Player of Games und Use of Weapons).

Am interessantesten sind in der Culture ja die Raumschiffe, die natürlich nicht von Crews und Kapitänen gesteuert werden (wie albern!), sondern sich mit Minds – künstlichen Intelligenzen – selbst steuern und verwalten, dabei gerne mal 90km lang sind und 200 Millionen Passagiere beherbergen. Mit anderen Worten: Die Culture verhält sich zu herkömmlicher Science Fiction wie diese zur Normalität, und zwar in fast jeder Hinsicht.

Zwar spielen etliche dieser Schiffe im Vergleich zu den vorherigen Bänden erfreulich wichtige Rollen in Excession, quasi Hauptrollen, aber insgesamt ist der Plot bis nahe an die Unverständlichkeit überfrachtet mit Verschwörungen, einer Liebesgeschichte und der titelgebenden Excession – einem Alien Artifact, dem selbst die Culture-Schiffe nicht gewachsen scheinen.

Iain Banks – Use of Weapons

Use of Weapons ist wohl das anspruchsvollste Culture-Buch. Man muss nicht lange googlen, bis man auf den erzählerischen Trick stößt und ich gestehe: ich habs beim Lesen nicht so richtig kapiert.

Inhaltlich habe ich das Buch schon verstanden, aber sehr wahrscheinlich wäre der emotionale impact der Geschichte deutlich wichtiger, wüsste man, was Banks da versucht.

Spaß macht Use of Weapons trotzdem. So wie jeder Eintrag in die Culture, Banks‘ post-scarcity space opera mit den unterhaltsamsten KIs der science fiction.

Iain M. Banks – The Player of Games

Dieses Buch habe ich vor wenigen Jahren bereits gelesen, kann mich aber kaum daran erinnern. Das ist verblüffend, denn der zweite Band des Kultur-Zyklus von Iain M. Banks (das M. verwendete er wohl nur, wenn er Science Fiction schrieb) ist sehr sehr gut.

Überhaupt ist die anarchische, flamboyante Kultur wohl das beste Space Opera-Setting, das ich kenne. So müsste die Star Trek-Föderation aussehen, würde sie heute erfunden (der erste Kultur-Roman erschein allerdings auch schon 1987).

Heimlicher Protagonist von Player of Games ist Azad, ein fiktives Brettspiel epischen Ausmaßes, dessen Ausgang stets über die Besetzung von Spitzenämtern eines Imperiums entscheidet, mit welchem die Kultur vor einigen Jahrzehnten diplomatische Beziehungen aufgenommen hat.

Gurgeh, der Player of Games höchstselbst, entscheidet sich aus Langeweile – und um einem drohenden Skandal zu entfliehen – für die mehrjährige Reise in eben dieses Imperium, um am nächsten Azad-Turnier teilzunehmen. Denn er ist professioneller und außerordentlich guter Spieler – nicht von irgendwelchen Casino-Glücksspielen wohlbemerkt, in der Kultur wettet man ohnehin nicht mehr.

Bemerkenswert ist, wie über weite Strecken des Buches Spiele gespielt werden (allen voran eben Azad), ohne dass Banks seinen Leser.innen umfangreiche Infodumps aus Regelwerken zumutet – und es dennoch immer spannend bleibt. Zugleich ist Azad Spielfeld und Metapher der politischer Ideologien von Imperium und Kultur.

Gelesen: Iain M. Banks

Das erste von Banks‘ Culture-Büchern, das ich jetzt nach 2012 anlässlich des betreuten Lesens von tor.com ein zweites Mal las. Science Fiction/Space Opera, der oft eine literarische Qualität zugeschrieben wird. Meinetwegen, aber die folgenden Bände waren besser.

verlinkt: Welcome to the Culture Reread

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Bei tor.com gibt es bald betreutes Lesen der Culture-Bücher von Iain M. Banks:

Over the next several months (well in to 2019 and possibly beyond, if I’m honest, given a biweekly publishing schedule and novels that get increasingly doorstop-like as we progress), I’ll be making my way through the Culture novels, in order of publication.

Das hat schon mit dem Dune-Reread Spaß gemacht; der könnte allerdings langsam mal weitergehen.

Interessant auch Banks‘ Motivation, die Culture-Bücher zu schreiben:

“Partly it was in reaction to a lot of the SF I was reading at the time. The British stuff mostly seemed a bit miserablist and the US’s too right wing. I wanted SF that combined what I regarded as the best of both: the thoughtfulness and sense of proportion of the UK’s and the energy and optimism of the US brand.”